Der komplette Guide für den Nachweis der künstlerischen Eignung und die Aufnahmeprüfung.
So wird Deine Mappe für Kommunikationsdesign wirklich überzeugend!
Wer sich für ein Studium im Bereich Kommunikationsdesign bewirbt, braucht eine überzeugende Kunstmappe. Genau daran scheitern jedoch viele Bewerber: Nicht wegen mangelndem Talent, sondern weil ihre Mappe beliebig, zu sauber oder konzeptlos wirkt.
In diesem Artikel erfährst Du:
– Was Professoren wirklich sehen wollen
– Wie eine gute Kommunikationsdesign-Mappe aufgebaut ist
– Welche Arbeiten in die Kunstmappe hineingehören
– Wie Du Deine Chancen auf einen Studienplatz deutlich erhöhst
– Welche Fehler fast alle Bewerber machen
Was ist eine Kommunikationsdesign-Mappe?
Eine Kommunikationsdesign-Mappe ist eine kreative Bewerbungsmappe für Hochschulen und Designhochschulen.
In ihr zeigst Du:
– Ideen
– visuelle Denkweise
– Kreativität
– Umgang mit Gestaltung
– Entwicklungsprozesse
Dabei musst Du unbedingt beachten:
Professoren suchen meistens keine perfekten Künstler. Das ist ja auch garnicht möglich, denn Du stehst ja erst an Deiner Laufbahn als Kommunikationsdesigner/in. Vielmehr möchten sie Menschen mit:
– Beobachtungsgabe
– eigenen Ideen
– Experimentierfreude
– gestalterischem Potential
Was gehört in eine Mappe für Kommunikationsdesign?
Die meisten Hochschulen verlangen:
– 15–30 Arbeiten
– Skizzenbücher
– Serien
– freie Projekte
– konzeptionelle Arbeiten
– Entwicklungsprozesse
Besonders gut funktionieren zum Beispiel:
– Beobachtungszeichnungen
– Darstellungen von Alltagsobjekten und Alltagssituationen
– Menschen
– schnelle Skizzen
– Fotografie
– Schriftgrafik und Kalligrafie
– Experimentelle Schriftgestaltung
– Grafische Darstellungen
– Pictogramme
– persönliche Serien
– Informationsdesign
– Datenvisualisierung
Wichtig ist hier weniger Technik als:
– Idee
– Serieencharakter und thematischer Zusammenhang
– Die Aussage: Kannst Du das, was Du ausdrücken möchtest auch darstellen?
– Informationsgestaltung
– Storytelling
Das kann man in folgenden Medien umsetzen:
– Plakate
– Editorialdesign
– Layouts und Storryboards
– Konzeptionelle Arbeiten
– Verpackungsdesign
– Comics
Wie viele Arbeiten braucht eine Kommunikationsdesign-Mappe?
Die genaue Anzahl unterscheidet sich je nach Hochschule. Typisch ist z. B.:
– HfG Karlsruhe ca. 20
– Burg Giebichenstein ca. 15–25
– FH Dortmund ca. 20
– Hochschule Mainz ca. 20
Wichtiger als die Menge ist jedoch:
– Qualität
– Eigenständigkeit
– Entwicklung
– Persönlichkeit
Lieber 15 starke Arbeiten als 40 mittelmäßige.
Die häufigsten Fehler in Kommunikationsdesign-Mappen
1. Zu schöne Bilder ohne Idee
Viele Bewerber zeigen nur ästhetische Arbeiten. Professoren interessiert aber vor allem:
– Denken
– Konzept
– Haltung
– Experiment
2. Pinterest-Kopien
Das ist ein extrem häufiger Fehler in der Kunstmappe. Wenn die Arbeiten aussehen wie Instagram-Designs, Pinterest-Ästhetik oder typische Behance-Projekte wirkt die Mappe schnell austauschbar.
3. Keine Prozesse zeigen
In vielen Kunstmappen sieht man nur Endergebnisse. Eine Aneinanderreihung fertiger Einzelarbeiten. Viel spannender sind aber:
– Skizzen
– Fehlversuche
– Varianten
– Ideenentwicklung
4. Zu viel digitale Perfektion
Kommunikationsdesign bedeutet nicht: „Alles muß geschniegelt aussehen.“ Rohheit, Experimente und Persönlichkeit wirken oft deutlich stärker.
Was Professoren wirklich sehen wollen
Viele Bewerber glauben: „Ich muß beweisen, wie gut ich zeichnen kann.“ Das stimmt nur teilweise. Viel wichtiger sind oft:
– Eigenständigkeit
– Kann die Person eigene Ideen entwickeln?
– Neugier
– Beobachtet die Person ihre Umwelt aufmerksam?
– Experimentierfreude
– Probiert jemand neue Wege aus?
– Visuelles Denken
– Kann jemand Inhalte gestalterisch übersetzen?
Beispiel für ein starkes Mappenprojekt
Thema: „Warten“. Mögliche Umsetzung:
– Fotoserien in Wartebereichen
– Zeichnungen von Menschen
– typografische Experimente mit Zeit
– Infografik über Lebenszeit
– Sound- oder Videoelemente
– Skizzenbuch zum Thema
Ich weiß, diese Begriffe hören sich sehr abstrakt an, denn hinter jedem davon verbirgt sich sehr viel Fachwissen und Arbeit. Oft sind es auch Themen, mit denen man sich noch nicht beschäftigt hat. Im Mappenkurs der Mappenschule (www.diemappenschule.de) helfen wir dabei diese Themen mit Leben zu füllen. So entstehen Kunstmappen mit:
– Thematischem Zusammenhang
– Tiefe
– Konzeptstärke
Genau das mögen viele Hochschulen.
Wie lange braucht man für eine gute Kunstmappe?
Eine wirklich starke Mappe entsteht selten in zwei Wochen. Realistisch sind oft:
3 Monate intensive Vorbereitung, denn die Arbeiten sollen möglichst aktuell sein und Deinen jetzigen Sand zeigen – nicht wie Du z. B. vor 3 Jahren gearbeitet hast.
Besonders wichtig in der Vorbereitung:
– Kontinuierliches Arbeiten.
Wenn Du täglich ein paar Arbeiten gestaltetst, wirst Du nach 4 bis 10 Wochen eine beachtliche Anzahl an Bildern haben, aus denen Du die Besten auswählen kannst oder bei Bedarf noch Ergänzungen machst.
– Feedback
Mit professionellem Feedback kannst Du Deine Bilder reflektieren und eine echte Verbesserung erzielen. Damit kannst Du in der Mappe zeigen, dass Du Dich entwickeln kannst.
– Überarbeitung
Gib Dich nicht mit dem ersten Ergebnis zufrieden, sondern finde mehrere Ansätze für ein Bild. Überarbeite die Motive und zeige Alternative Ansätze.
– Reflexion
Wenn Du gelernt hast, worauf Du achten mußt, kannst Du Deine Bilder und die Bilder von anderen selbst reflektieren und dich laufend weiter verbessern.
Braucht man Talent für Kommunikationsdesign?
Eine der häufigsten Fragen überhaupt. Die ehrliche Antwort: Ja – wenn Du keine Vorliebe für gestalterisches Arbeiten hast, in Deiner Freizeit gerne malst, zeichnest, kaligrafierst, bastelst, fotografierst oder einfach Dinge baust, ist der Studiengang vermutlich nichts für Dich.
Du mußt wirklich nicht der perfekte Maler oder Zeichner sein aber Ausdauer, Neugier, Offenheit, Beobachtung und Motivation sind in diesem, wie in vielen anderen Studiengängen, hilfreiche Eigenschaften.
Sollte man einen Mappenkurs besuchen?
Aus unserer Erfahrung sind die Anforderungen an eine erfolgreiche Kunstmappe so hoch und das Bewerberfeld so dicht, dass man ohne eine betreute Vorbereitung eine große Portion Glück braucht, um sich erfolgreich zu bewerben. Wer seine Chancen verbessern möchte sollte einen Mappenkurs besuchen. Mit einem Plan B hat, kann man es auch auf gut Glück probieren.
Ein guter Mappenkurs kann helfen bei:
– Struktur
– Feedback
– Ideenfindung
– Hochschulauswahl
– Aufnahmeprüfung
– Motivation
FAQ zur Kommunikationsdesign-Mappe
Wie groß sollte die Mappe sein?
Viele Hochschulen bevorzugen inzwischen digitale PDFs. Bei analogen Mappen sind oft DIN A2 oder DIN A3 üblich.
Muß man perfekt zeichnen können?
Nein. Idee und visuelles Denken sind meist wichtiger.
Darf KI-generierte Kunst in die Mappe?
Teilweise ja. Aber nur reflektiert und konzeptionell sinnvoll eingesetzt. Reine Prompt-Bilder wirken meistens schwach.
Sind Schulprojekte erlaubt?
Versuche möglichst wenige Schulprojekte in der Mappe zu zeigen
Checkliste für Deine Kommunikationsdesign-Mappe
Vor der Bewerbung prüfen:
– Hat die Mappe ein erkennbares Thema?
– Zeigt sie Persönlichkeit?
– Sind Prozesse sichtbar?
– Gibt es Experimente?
– Sind verschiedene Medien enthalten?
– Wirkt die Reihenfolge sinnvoll?
– Sind die Arbeiten wirklich eigenständig?
Fazit
Eine gute Kommunikationsdesign-Mappe entsteht nicht durch perfekte Bilder, sondern durch:
– eigene Ideen
– Haltung
– Beobachtung
– Entwicklung
– Experiment
Professoren suchen keine fertigen Designer. Sie suchen Menschen mit kreativem Potential. Genau das sollte Deine Mappe zeigen.
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