6 Dinge, die in der Kunstmappe fehlen

6 Dinge, die in vielen Kunstmappen fehlen

Wir bekommen viele Mappe gezeigt und sehen immer die gleichen Probleme: Die Bewerber sind sehr begabt aber Sie zeigen nicht die richtigen Inhalte, um eine Prüfungskommission von ihrem künstlerischen Talent zu überzeugen. Meistens sind es ganz grundlegende Dinge, die fehlen oder nicht beherrscht werden.

Im Folgenden möchten wir Euch auf ein paar dieser „Dinge“ hinweisen.

Auf diese 6 Punkte müßt Ihr achten:

  1. zeichnerische Grundlagen.
    Mir ist klar: das ist schwer zu verstehen. Denn Du sagst vielleicht: „Ich zeichne doch, da sieht man doch meine zeichnerischen Fähigkeiten!“
    Mit „zeichnerischen Grundlagen“ ist etwas anderes gemeint. Hierbei geht es um das Verständniss der Grundformen und die Perspektive. Das ist für ID /PG ein ganz wichtiger Punkt! Aber auch den Umgang mit der Linie. Informationen dazu findest Du im Kursmaterial: Grundlagen Zeichnen. Mit ein paar wenigen Kniffen, kannst Du Deine Arbeiten auf eine andere Ebene heben!
  2. Experimente.
    Ich versuche das etwas genauer zu erklären. In der Kunstmappe geht es nicht um das „fertige Bild“! Im Industriedesign geht es viel mehr um das Entwickeln von neuen, ungewöhnlichen, individuellen Formen (= Produkten). Das geht nur, wenn man Dinge ausprobiert (= Experiment), sich überraschen lässt, was dabei passiert und mit den Ergebnissen weiter arbeitet. Ansätze dazu verfolgen wir in diesem Kurs, wenn wir Themen aus verschiedenen Gesichtspunkten betrachten oder Variationen machen.
  3. Thematisches Arbeiten.
    Suche Dir ein Thema und zeige alle Aspekte dazu. Beleuchte alle Blickwinkel, erörtere Für und Wider. Das haben die meisten Bewerber noch nicht gemacht und das ist eine Umstellung. Aber sie ist erforderlich!
  4. Studienblätter.
    Teil des „Thematischen Arbeitens“ sind Studienblätter. Das sind Blätter, auf denen z. B. ein Objekt aus verschiedensten Blickwinkel gezeigt wird und man versucht die Form des Objektes zu verstehen. Das ist ein wichtiger Teil jeder Mappe.
  5. Eigene Ideen und Themen.
    Wenn man ein eigenes Thema bearbeitet, muss man eigene Motive, Kompositionen und Darstellungsformen finden. Man muss sich Gedanken darüber machen, WIE man etwas darstellt, welche Technik angebracht ist usw. Wenn man Studienblätter macht, muß man überlegen, welche Ansichten man zeigt und wie man das Objekt darstellt. Daraus kann man sehr viel über die gestalterischen Fähigkeiten ablesen und wenn man es gut macht ist das viel mehr wert, als ein abgezeichnetes Foto.
  6. Entscheidung für eine Richtung!
    Wenn man Comics machen will, dann macht man Comics und versucht darin besser zu werden. Man kann die unzähligen Techniken anderer Comic-Künstler studieren und lernen, wie man Geschichten in Bildern erzählt, wie man Figuren entwickelt usw. Ich verstehe, dass viele Mappenschüler „Vielfältigkeit“ in der Mappe zeigen wollen und deshalb unterschiedliche Motive zeigen. Aber das ist nicht die Art und Weise, wie im Studium und Beruf gearbeitet wird. Um sich gegen die vielen Mitbewerber zu behaupten, muß man sich mit der Arbeitsweise im Design beschäftigen. Man muß kein ausgebildeter Designer sein – das lernt man erst – aber man sollte Ansätze dazu zeigen und versuchen über die „Schul- und Jugendarbeiten“ hinauszuwachsen.

Wenn Ihr Eure Mappe unter diesen Gesichtspunkten reflektiert, werdet Ihr sicher bessere Arbeiten erstellen!

In unseren Mappenkursen helfen wir Euch bei jedem dieser Punkte! Infos und Anmeldung unter: Ja, ich bin dabei!

Formel für den Design-Nachwuchs

Formel für den Design-Nachwuchs

Die richtige Balance für den Design-Nachwuchs. Welche Fähigkeiten sind für ein Leben als Desiger wichtig?

Nach dem Nachweis der künstlerischen Eignung folgt das Studium. Nach dem Studium folgt die Bewerbung um die erste Stelle und wie es dann weiter geht bleibt spannend. Schon im Vorfeld ist es daher ratsam, zu reflektiern, ob man für ein Berufsleben als Designer, Künstler oder Gestalter gemacht ist.

1. Basis

Zeichnen, Skizzieren, Malen, Farbe, Experimente. Freude am Gestalten und dem sich auf einem zweidimensionalen Malgrund auszudrücken. Das umfasst handwerkliches Geschick, arbeiten mit Materialien und das erschaffen haptischer Erlebnisse. Auch im digitalen Zeitalter sind das zentrale Kompetenzen.

2. KKK

Für ein Designstudium spielen die Noten keine Rolle. Neben den gestalterischen Fähigkeiten sind in besonderem Maße Kreativität, Kooperation und Kommunikationsfähigkeiten gefragt. Nicht nur im Studium muß man sich in ein Team integrieren – besonders im späteren Berufsleben sind die 3 K von großer Bedeutung. In der Kunstmappe spielt die Kreativität eine besondere Roll: Darstellungstechniken lassen sich schnell erlernen. Kreativität und Persönlichkeit bilder sich dagegen nur langsam heraus, sind aber die wichtigste Basis für kreativ arbeitende Menschen.

3. Digital

Ein grundlegendes Verständniss für Medien aller Art sollte im Hinblick auf folgende Gesichtspunkte ausgebildet werden: Filtern: Lernen, welche digitalen Möglichkeiten es gibt und die passenden auswählen. Gestalten: Digitale Technologien für kreatives Arbeiten einsetzen, nicht nur vorgefertigte Filter anwenden. Nutzen: Erst die Grundlagen verstehen, dann die digitalen Medien nutzen, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Das Konzept entsteht auf dem Papier, erst dann geht man an den Computer.

4. Engagement

Die Bereitschaft immer etwas mehr zu tun, als gefordert. Das umfasst Fleiß und die Liebe zum Detail aber auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Gestalter oder Designer zu sein ist ein Lebenskonzept. Es gibt keine 40-Stundenwoche sondern man beschäftigt sich 24/7 mit den Themen.

5. Offen beiben

Die Welt befindet sich im ständigen Wandel. Berufsbilder entstehen oder verschwinden wieder. In dieser Rotation bewgt man sich als Gestalter. Das verlangt flexibel zu bleiben und sich immer neu auf die wandelnden Anforderungen einzustellen.

6. Reflexion 

Eine wichtige Fähigkeit, um sich weiter zu entwickeln und psychisch gesund zu bleiben, ist die kritische Reflexion der eigenen Arbeit. Das bedeutet nicht „Perfektionismus“ oder ständige Unzufriedenheit mit den eigenen Arbeiten. Viel mehr umfasst sie die Fähigkeit, Kritik von anderen anzunehmen und sie in die eigenen Arbeit einfließen zu lassen. Besonders als Designer, Gestalter oder Künstler ist das nicht immer einfach, denn man legt sein Herzblut in die Arbeiten und kann nur schwer verstehen, warum andere sie nicht gut finden. Aber Kritik an den künstlerischen Arbeiten wird nich ausbleiben und man muß damit umgehen können.

Infos und Anmeldung zu unseren Mappenkursen: Ja, ich bin dabei!

Arbeiten mit Markern

Thema: Marker

Markertechniken in der Mappe

Viele Mappenschüler sprechen mich darauf an, ob Sie Arbeiten mit Markern erstellen müssen. Die Antwort ist einfach: Grundsätzlich NEIN – in der Kunstmappe muß diese Technik nicht gezeigt werden!

Besonderheit der Markertechnik

Mit Markern zu arbeiten ist nicht einfach und unterscheidet sich von den Filzstiftbildern aus der Schulzeit.

Viele Schüler tendieren dazu, Flächen einfach gleichmäßig auszumalen – je gleichmäßiger, desto besser. Das haben sie über viele Jahre so gelernt. Schon bei Kleinkindern sind die Eltern voll des Lobes, wenn es seine Ausmalbilder möglichst sauber befüllt. Die Markertechnik setzt aber andere Schwerpunkt, die die Schüler meist noch nicht geübt haben.

Das klassische „Marker-Sketching“ ist eine grundlegende Illustrationsform. Besonders in der Layout und Präsentationsphase eines Projektes kommt sie zum Einsatz. Ihre Vorteile liegen in der schnellen Darstellungsmöglichkeit. Die Zeichnung lebt von einem schnellen Strich. Die Vorzeichnung bleibt erhalten.

Umdenken ist gefordert!

Für eine gelunge Markertechnik müssen die Anfänger meist umdenken: Es geht nicht darum, eine Fläche möglichst sauber auszufüllen. Viel wichtiger ist es:

  • die plastische Wirkung der Objekte zu steigern
  • bestimmte Bereiche zu akzentuieren
  • die Lebendigkeit der Zeichnung zu unterstreichen.

Eine „gleichmäßig ausgemalte Farbfläche“ ist im Grunde „tot“. Das sollte man also vermeiden. Die Markerfarbe wird viel mehr in Schichten, lasierend, aufgetragen, bis der gewünschte Tonwert* der Farbe erreicht ist. Es ist dabei durchaus erwünscht, „Papier“ stehen zu lassen. Dadurch bleibt der Tonwert heller und die Zeichnung bekommt ihren typischen Charakter.

Diese Technik wird erst im Studium – unter fachkundiger Anleitung – trainiert. Wer sich hier falsche Techniken angewöhnt, tut sich dann viel schwerer. In der Mappe Markerbilder, mit der falschen Technik zu zeigen, macht daher keinen Sinn!

Marker in der Mappe

In unserem Mappenkurs möchten wir das Thema gerade deßhalb ansprechen. Wir möchten Euch einen Einblick in die Markertechniken geben und Euch sensibilisieren. Ihr werdet nicht sofort überzeugende Marker-Renderings erstellen aber Ihr bekommt das Handwerkszeug, um zu üben und Euch zu entwickeln! Dann habt Ihr nämlich einen entscheidenden Vorsprung vor allen anderen, die noch Filzstiftbilder machen.

*Der Begriff Tonwert bezieht sich auf die unterschiedlichen Stufen zwischen Hell und Dunkel eines Farbbildes.

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